Der Lebenslauf - Was Sie wissen sollten
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Der Lebenslauf ist neben dem Anschreiben das Kernstück einer Bewerbung. Während das Anschreiben dazu dient, Ihre Motivation und Ihre Persönlichkeit vorzustellen, bietet der Lebenslauf eine Übersicht Ihres Werdegangs. Der Arbeitgeber bekommt so einen Überblick über Ihre beruflichen Stationen und Tätigkeiten und kann sich ein Bild über Ihre fachlichen Qualifikationen machen.
In diesem Artikel erfahren Sie worauf Sie beim Erstellen Ihres Lebenslauf achten sollten, damit Sie Ihren potenziellen Arbeitgeber für sich gewinnen.
Da der Lebenslauf zu den elementaren Dokumenten Ihrer Bewerbung gehört, ist es wichtig, diesen sorgfältig und nach gewissen Vorgaben zu erstellen.
Die hier angeführten Tipps und Hinweise beziehen sich auf den klassischen tabellarischen Lebenslauf. Hier wird auf einen Fließtext verzichtet. In der Regel möchten Arbeitgeber diese Form des Lebenslaufs von Ihren Bewerbern erhalten. Achten Sie darauf, was in der Stellenausschreibung gewünscht ist. Auf die Form des ausführlichen Lebenslaufs gehen wir weiter unten in diesem Artikel kurz ein.
Für den tabellarischen Lebenslauf gelten grundsätzlich folgende Stichworte, die das Layout und den Aufbau betreffen.
Übersichtlich: Der Personalverantwortliche sollte mit dem ersten Blick eine klare Struktur erkennen. So sollten sich der Bereich mit den persönlichen Daten und das Foto klar vom Werdegang abheben.
Lückenlos: Achten Sie darauf, dass Sie keine Lücken entstehen, bzw. falls doch, dass Sie diese begründen.
Wahrheitsgemäß: Machen Sie nur Angaben, die der Wahrheit entsprechend ohne etwas zu beschönigen oder auszuschmücken.
Das Layout des Lebenslaufs
Es bietet sich an, das Layout des Lebenslaufs an das des Anschreibens anzupassen und umgekehrt. So ist eine durchgängige „Handschrift“ zu erkennen, was Klarheit übermittelt.
Halten Sie den Lebenslauf übersichtlich. Das bedeutet, dass Sie Absätze, Einzüge und Abstände so wählen, dass ein harmonisches Bild entsteht. Es gibt eine Menge von Mustervorlagen im Internet, die Sie gern zur Inspiration nutzen können.
Wenn Sie sich für einen kreativen Beruf bewerben oder Ihre Stelle in einem modernen Unternehmen ausgeschrieben ist, dürfen Sie das Layout auch gern entsprechend gestalten und mit Farben oder auch Grafiken arbeiten.
Der Aufbau des Lebenslaufs
Im oberen Teil des Lebenslauf sollten sich Ihre persönlichen Daten wiederfinden. Wie auch im Lebenslauf geben Sie hier Ihren Namen, Ihre Anschrift, sowie E-Mailadresse und Telefonnummer an. Außerdem geben Sie im Lebenslauf Ihr Geburtsdatum und den Ort an.
Ebenfalls sollte sich im oberen Teil des Lebenslaufs Ihr Bewerbungsfoto wiederfinden. Dies kann mittig oder jeweils oben links oder rechts platziert werden. Tipps für ein überzeugendes Bewerbungsfoto finden Sie weiter unten in diesem Artikel.
Wenn Sie Ihren Werdegang schildern achten Sie darauf, dass die aktuellste Position oder Station als Erstes genannt wird. Der Werdegang sollte Ihre berufliche Laufbahn ab der Ausbildung abbilden. Wenn Sie sich auf eine Ausbildungsstelle oder ein Praktikum bewerben, geben Sie entsprechend Ihre Schullaufbahn und/oder Ihre Studienzeit an.
Arbeiten Sie hier am besten mit zwei Spalten. In der linken Spalte geben Sie den Zeitraum der Tätigkeit oder der Station an. Hier brauchen Sie kein exaktes Datum angeben, es genügt, wenn Sie den Monat und das Jahr nennen. Hierzu können Sie das Format „09/2018 – 05/2022“ oder auch September 2018 – Mai 2022 wählen.
In der rechten Spalte geben Sie dann Ihre Tätigkeit an. Hier nennen Sie die Position, den Arbeitgeber und den Arbeitsort und machen einige kurze Stichpunkte zu Ihrem Aufgabenbereich. Ein Beispiel: Sie waren als Kundenberater bei der Firma XY tätig. Als Stichpunkte Ihrer Tätigkeit können Sie hier beispielsweise anführen: Telefonische Kundenbetreuung, Reklamationsbearbeitung, Rechnungsstellung.
So bekommt Ihr potenzieller Arbeitgeber einen kurzen Einblick darüber, was der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit war. Die ausführliche Tätigkeitsbeschreibung ist dem Arbeitszeugnis zu entnehmen, daher genügt es im Lebenslauf Stichworte zu wählen.
Zeiten, in denen Sie nicht beruflich tätig waren, werden als sogenannte Lücken im Lebenslauf beschrieben. Versuchen Sie diese Lücken möglichst vorteilhaft zu benennen, ohne die Wahrheit zu verschleiern. Haben Sie beispielsweise ein Sabbatical gemacht, können Sie dies als private Auszeit für Reiseerfahrungen bezeichnen. Zeiten der Arbeitslosigkeit sollten Sie stets als „arbeitssuchend“ betiteln. Auch können Sie hier Begriffe, wie „Zeit zur beruflichen Neuorientierung/Neuausrichtung“ oder „Bewerbungsphase“ nutzen, um die positiven Aspekte dieser Lücke im Lebenslauf hervorzuheben.
Den Werdegang können Sie mit unterschiedlichen Überschriften unterteilen:
- Beruflicher Werdegang: Hierunter fallen Ihre beruflichen Stationen nach Ihrem Schul- Hochschul- oder Ausbildungsabschluss.
- Aus- und Fortbildungen: Geben Sie hier auch Ihre Weiterbildungen an, die Sie im Zuge Ihrer beruflichen Laufbahn absolviert haben.
- Praktika: Dieser Punkt kann separat geführt werden, oder aber Sie nennen Ihre Praktikumsstationen beim beruflichen Werdegang.
- Schulischer Werdegang
- Kenntnisse, Sprachen, Hobbies: Hierunter fallen spezielle EDV-Kenntnisse, Fremdsprachenkenntnisse und außerberufliche Tätigkeiten, die relevant sein könnten. Gerade wenn Sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben, können bestimmte Hobbies oder auch ehrenamtliche Tätigkeiten einen guten Eindruck machen.
Wenn Sie in einer kreativen Branche arbeiten und Ihren Lebenslauf etwas moderner gestalten, können Sie Grafiken/Diagramme oder Skalen einfügen, um explizit bestimmte Fähigkeiten hervorzuheben. Verfügen Sie z.B. über Kenntnisse in mehreren Fremdsprachen, bietet es sich an, diese je nach Sprachniveau in einer Skala darzustellen.
Beenden Sie den Lebenslauf mit der Angabe von Ort, Datum und Ihrer Unterschrift. Diese sollte handschriftlich erfolgen oder entsprechend eingefügt werden, wenn Sie Ihre Bewerbung digital versenden.
Tipps für ein überzeugendes Bewerbungsfoto
Mit Ihrem Bewerbungsfoto hinterlassen Sie einen ersten optischen Eindruck. Daher sollten Sie bei der Wahl Ihres Bewerbungsfotos einiges beachten.
Verwenden Sie ein aktuelles Bild. Haben Sie kürzlich eine große optische Veränderung vorgenommen, Ihre Haarfarbe gewechselt oder die Frisur deutliche verändert, sollte Ihr Bewerbungsfoto entsprechend erneuert werden.
Das Foto sollte eine hohe Auflösung haben und im besten Fall von einem Fotografen gemacht sein. Bei der Wahl des Fotografen hören Sie sich gern im Freundes- und Bekanntenkreis um, ob jemand eine Empfehlung hat. Oder recherchieren Sie online und achten auch hier auf die Rezensionen.
Das Bewerbungsfoto sollte der Branche entsprechend gestaltet sein, d.h. für die Bankbranche eher klassisch und für kreative Agenturen eher moderner und lockerer. Die Begriffe klassisch und modern beziehen sich hier auf die Haltung, der Blick und die Position, die Sie auf dem Foto einnehmen. Gleiches gilt für die Kleidung. Für eine Bewerbung in einer Bank sollten Sie ein klassisches Outfit wie einen Anzug, Hosenanzug oder ein Kostüm in gedeckten Farben wählen (grau, blau, schwarz).
Bei kreativeren Beruf darf es auch gern ein wenig farbenfroher sein und die Kleidungswahl fällt eher casual aus. Hier ist auch ein offenes Lächeln oder ein Foto in stehender Position möglich. Besprechen Sie dies gern vorab mit dem Fotografen, um bestmöglich zum Fototermin zu erscheinen.
In der Regel bekommen Sie auch hier Abzüge in Farbe oder in schwarz/weiß. Lassen Sie sich auch hier vom Profi beraten.
Der ausführliche Lebenslauf
Eine Sonderform des Lebenslaufs ist der ausführliche Lebenslauf. Dieser wird, wie das Anschreiben auch, im Fließtext verfasst. Hier beschreiben Sie Ihre Stationen nach und nach im geschriebenen Wort und gehen auch so auf Ihre Tätigkeiten ein.
Nutzen Sie diese Form des Lebenslaufs nur, wenn ausdrücklich danach verlangt wird.
Dies kann z.B. vorkommen, wenn Sie sich an privaten Hochschulen oder für Stipendien bewerben. Aber auch bei bestimmten staatlichen Institutionen kann es vorkommen, dass ein ausführlicher Lebenslauf gewünscht wird.
Alles in Allem handelt es sich hier aber um eine selten gebrauchte Variante.
Wie Sie sehen, ist es sinnvoll sich ausführlich mit dem Thema Lebenslauf auseinanderzusetzen und ein wenig Zeit zu investieren, um den Lebenslauf ansprechend zu gestalten. Halten Sie dieses Dokument stets auf dem aktuellen Stand.
Mit unseren Hinweisen sind Sie nun bestens gerüstet, um einen weiteren Schritt in Richtung Vorstellungsgespräch und neuer Job zu gehen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg.