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Mo. 27. Juni 2022

Vorstellungsgespräch: Das müssen Sie beim Bewerbungsgespräch beachten!

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Erst einmal dürfen Sie auf sich stolz sein: Sie sind in Runde zwei, haben eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten und sich damit bereits gegen viele andere Bewerber durchgesetzt. Sie haben also in Sachen Bewerbung alles richtig gemacht und das Unternehmen von sich überzeugt. Bravo und herzlichen Glückwunsch dazu! Damit Sie auch das Bewerbungsgespräch souverän meistern, erhalten Sie hier Tipps und Trick für das persönliche Gespräch.

Vorstellungsgespräch als große Hürde im Bewerbungsprozess

Für viele Menschen zählt das Vorstellungsgespräch neben dem Anschreiben zum schwierigsten Teil einer Bewerbung. Nicht ohne Grund, denn Bewerbungsschreiben und persönliches Gespräch entscheiden, ob es der Job wird oder nicht. Zugegeben: Anschreiben und Vorstellungsgespräch sind kein Zuckerschlecken und es verstecken sich viele Stolpersteine!

Doch eins ist sicher: Erhalten Sie eine Einladung zum Vorstellungsgespräch haben Sie bereits mit Ihrem Anschreiben überzeugt und mit ihrer persönlichen Einstellung! Führen Sie dies einfach im Bewerbungsgespräch fort – natürlich ist das oft einfacher gesagt als getan. Immerhin spielen Aufregung, Nervosität und fremde Umgebung eine Rolle und nehmen bei vielen Menschen Einfluss auf Ihr Auftreten und Ihre Selbstdarstellung.

Was interessiert Personaler im Vorstellungsgespräch?

Die großen Fragen sind doch: Was möchte Ihr Gegenüber über Sie wissen und erfahren? Was interessiert den Personaler?

Besonders die Sorge etwas Falsches oder Blödes zu sagen, begleitet die Bewerber bis ins Vorstellungsgespräch. Niemand möchte sich selbst durch Fragen ins Aus schießen. Stressfragen, persönliche Fragen und Fangfragen können dabei für weitere Verunsicherung sorgen.

Führen Sie sich vor Augen, dass Sie bereits fachlich überzeugt haben, im Vorstellungsgespräch geht es darum ein persönliches Bild zu vermitteln:

  • Wie arbeiten Sie?
  • Wie reagieren Sie auf Stress?
  • Warum möchten Sie in dem Unternehmen arbeiten?
  • Was sind Ihre beruflichen Ziele?
  • Passen Sie in das Team?

Das wollen Personaler im Vorstellungsgespräch

Grundsätzlich geht es dem Personaler bei einem Bewerber um drei Bereiche:

  1. Kompetenzen
  2. Mehrwert
  3. Teamgeist

Bei den Kompetenzen spielen weder der Abschluss noch andere Qualifikationen eine Rolle, vielmehr sind die sogenannten Soft Skills von Bedeutung: soziale Kompetenzen, Arbeitsweise, Motivation, Leidenschaft, Lernbereitschaft. Der Personaler möchte wissen, wie Sie den Herausforderungen im Arbeitsalltag begegnen und ob Sie dem Job gewachsen sind.

Teamgeist ist in allen Unternehmen ein wesentlicher Bestandteil für erfolgreiche Arbeit, weshalb Konformität in der Arbeitswelt ebenso wichtig wie Kreativität ist. Personaler achten besonders darauf, ob ein Bewerber ins Team passt und möchte herausfinden wie gut sich der potenziell neue Mitarbeiter eingliedert.

Zuletzt stellt sich die Frage, was Sie dem Unternehmen als Mitarbeiter bringen, welchen Mehrwert Sie als Arbeitnehmer mit sich bringen. Für einen Arbeitgeber stellt sich immer die Frage, ob eine Einstellung einen gewissen Mehrwert mit sich bringt oder sogar negativ auf das Unternehmen zurückfällt. Deshalb sollten Sie zeigen, was Sie auf Dauer Positives im Unternehmen leisten. Umso besser Ihnen die Darstellung Ihres Mehrwerts gelingt, desto höher sind Ihre Chancen auf den Job.

Aufbau Bewerbungsgespräch: 5 Phasen des Vorstellungsgesprächs

Oftmals entscheiden die wenige Sekunden darüber, ob wir unseren Gegenüber sympathisch finden oder eben nicht. Ein einziges Wort oder eine Geste können entscheidend sein. Deshalb sollten Sie bei einem Vorstellungsgespräch bewusst Sprache und Körpersprache einsetzen.

Finden Sie das passende Gleichgewicht zwischen einer gelungenen Selbstdarstellung, sachlicher Präzision und einem persönlichen Eindruck während des gesamten Vorstellungsgesprächs. Typischerweise besteht ein Gespräch aus fünf Phasen:

Phase 1 im Vorstellungsgespräch: Der Smalltalk

  • Dauert ungefähr 5 Minuten
  • Kurze Begrüßung
  • Namentliche Vorstellung
  • Frage nach Anreise, Befinden und Getränken

Nutzen Sie bereits diese erste Phase, um bei Ihrem Gegenüber zu punkten und das Eis zu brechen. Das richtige Händeschütteln zur Begrüßung ist ein Ding der Höflichkeit und in der Geschäftswelt ein Muss. Achten Sie darauf, dass Ihre Aussagen mit Ihrer Gestik und Körpersprache übereinstimmen. Denn oftmals verrät die Körpersprache Dinge, die wir sprachlich nicht äußern.

Phase 2 im Vorstellungsgespräch: Das Kennenlernen

  • Dauert ungefähr 15 Minuten
  • Arbeitgeber wird vorgestellt
  • Unternehmen / Produkte/ Kultur
  • Beschreibung der Stelle und Position

Während dieser Phase können Sie Ihr Interesse durch Körperhaltung und Gestik signalisieren. Es ist ratsam währenddessen Blickkontakt zu halten und eine aufrechte Sitzposition einzunehmen.

Phase 3 im Vorstellungsgespräch: Die Selbstpräsentation

  • Dauert ungefähr 10 Minuten
  • Meilensteine und Erfolge
  • Bisheriger beruflicher Werdegang
  • Stärken mit Bezug auf die ausgeschrieben Stelle

Jetzt sind Sie an der Reihe: Sie dürfen sich von Ihrer besten Seite zeigen. Nutzen Sie die Gelegenheit und präsentieren Sie sich selbstbewusst. Ihr Gegenüber erlebt Sie in diesem Moment das erste Mal „live in Action“ – an diesem Punkt kommt oft ans Licht, ob Bewerber Ihren Lebenslauf etwas aufgebessert und die Bewerbung optimiert haben.

Versuchen Sie in dieser Phase einen Bezug zu Ihnen, dem Anforderungsprofil und der ausgeschriebenen Stelle zu schaffen. Häufig nutzen Personaler diese Phase, um Ihnen Fragen zu stellen.

Phase 4 im Vorstellungsgespräch: Rückfragen 

  • Dauert ungefähr 10 Minuten
  • Fragen zu Erwartungen & Leistungen
  • Fragen zur Entwicklungschancen
  • Fragen zu Anforderungen und Inhalten des Jobs

Nutzen Sie die Chance und klären Sie Unklarheiten und Fragen, damit Sie mit einem guten Gefühl das Gespräch beenden können. Bietet sich die Gelegenheit Rückfragen zu stellen, sollten Sie auf keinen Fall schweigen und mit dem Kopf schütteln. Stattdessen können Sie eigenen Fragen stellen und so mehr über das Unternehmen und Ihren zukünftigen Arbeitsplatz herausfinden.

Nach dem Vorstellungsgespräch sollten Sie wissen, wie Ihr Job und Arbeitsalltag aussehen.

Diese Fragen sollten Sie bei Rückfragen nicht stellen:

  • Was genau macht Ihr Unternehmen eigentlich?
  • Wie stehen denn meine Chancen?
  • Überwachen Sie die Internetnutzung am Arbeitsplatz?
  • Wann kann ich frühestens Urlaub machen?
  • Warum haben Sie mich eingeladen?

Phase 5 im Vorstellungsgespräch: Der Abschluss

  • Dauert ungefähr 5 Minuten
  • Für das Gespräch bedanken
  • Schritte und Fristen klären
  • Verabschiedung

Am Ende des Gesprächs ist es ratsam sich für die genommene Zeit und das freundliche Gespräch zu bedanken. Diese Phase ist nochmal eine gute Gelegenheit, um den Personaler von Ihnen zu überzeugen! Mit der Verabschiedung haben Sie das Gespräch gemeistert.

4 Typische Fragen im Bewerbungsgespräch

In einem Bewerbungsgespräch geht es hauptsächlich darum, dass das Unternehmen Sie als Arbeitnehmer und Person kennenlernt. Deshalb ist es normal, dass viele Fragen gestellt werden, auf die Sie eine Antwort geben sollen. Es folgen die typischen Fragen in einem Bewerbungsgespräch:

  1. Was ist Ihre größte Schwäche?
  2. Wenn Sie jemanden für diese Stelle aussuchen müssten, worauf würden Sie achten?
  3. Wie unterscheidet sich dieser Job von anderen?
  4. Warum möchten Sie gerade in unserem Unternehmen arbeiten?

Für alle Fragen gilt es, dass diese ehrlich beantwortet werden. Bleiben Sie bei der Wahrheit, so befinden Sie sich auf der sicheren Seite.

Es bringt nichts, wenn Sie Schwächen positiv darstellen möchten oder häufige Jobwechsel argumentativ begründen möchten. Bleiben Sie bei der Wahrheit, stehen Sie zu Ihren Schwächen und gestehen Sie sich diese ein.

Auch ein Jobwechsel ist in der heutigen Arbeitswelt keine Seltenheit mehr und kann schlichtweg sachlich erklärt werden, versuchen Sie sich hierbei eher auf Ihre berufliche Zukunft, statt auf die Vergangenheit zu konzentrieren.

No- Gos im Vorstellungsgespräch

Es gibt einige Stolpersteine und Fettnäpfchen in einem Bewerbungsgespräch, aber auch absolute No-Gos! Einige Dinge und Verhaltensweisen gehören auf keinen Fall in ein Vorstellungsgespräch und mindern Ihre Chancen auf einen positiven Ausgang erheblich! Vermeiden Sie bitte diese Fehler in einem Vorstellungsgespräch:

No-Go Nr. 1: Ansprechpartner vergessen

Peinlicher geht es wohl kaum: Sie haben den Namen Ihres Gesprächspartners vergessen! Besonders in einem großen Unternehmen kann dies für pures Chaos sorgen, wenn sich der Empfang quer durch die Personalabteilung telefonieren muss.

Deshalb ist es von höchster Wichtigkeit, dass Sie wissen mit wem Sie ein Gespräch haben und um welche Uhrzeit. Am besten werden Sie kurz vor Eintritt in das Gebäude nochmal einen Blick auf das Einladungsschreien, so gehen Sie auf Nummer sicher.

No- Go Nr. 2: Schlechte Vorbereitung 

Unvorbereitet mit mangelhaftem Wissen in ein Gespräch zu starten ist so sinnlos, dass Sie die Einladung zum Vorstellungsgespräch gleich hätten absagen können. Informieren Sie sich über Anreise, Anreisezeit, Unternehmen, Konzepte und über den ausgeschriebenen Job.

Zeigen Sie Ihr Interesse an dem Job, indem Sie auf offenen Fragen über das Unternehmen und Konzept gezielt antworten können und nicht Antworten wie „Sie machen was mi Software und Computer“ abliefern.

No-Go Nr. 3: Eigenen Unterlagen nicht kennen

Ihr Gesprächspartner spricht Sie auf genannte Qualifikationen oder Fähigkeiten aus dem Bewerbungsschreiben an und Sie verstehen nur Bahnhof? Dann schießen Sie sich selbst ins Aus! Bereits bei der Bewerbung sollten Sie bei der Wahrheit bleiben und auch nicht in Versuchung kommen ein Praktikum oder einen Minijob auszuschmücken und besser klingen zu lassen.

Ebenfalls ist es ein No-Go die Bewerbung von jemand anderen verfassen zu lassen und deshalb keine Ahnung vom Inhalt der Bewerbung zu haben.

No-Go Nr. 4: Zu spät zum Vorstellungsgespräch kommen

Planen Sie Ihre Anreise genaustens und informieren Sie sich vorab über Anreisemöglichkeiten und Dauer. Erscheinen Sie zu spät zu Ihrem Gesprächstermin, sammeln Sie nicht gerade Pluspunkte bei Ihrem Gesprächspartner.

Pünktlichkeit ist die halbe Miete! Natürlich kann es immer mal sein, dass unvorhersehbare Ereignisse Ihre Anreise verzögern, dann sollten Sie aber so früh wie möglich das Unternehmen telefonisch über die Verzögerung in Kenntnis setzen und nicht in Unwissenheit lassen,

No- Go Nr. 5: Übertriebene(s) Selbstbewusstsein und Schüchternheit

Ein gesundes Selbstbewusstsein wird sich positiv auf das Vorstellungsgespräch auswirken, stattdessen sollten Sie ein übertriebenes Selbstbewusstsein vermeiden! Fallen Sie dem Personaler bloß nicht ins Wort oder korrigieren Sie dessen Aussagen. Auch eine lässige Körperhaltung wie das Verschränken der Hände hinter dem Kopf signalisiert pure Überheblichkeit.

Ebenso fehl am Platz sind eine übertrieben Zurückhaltung und Schüchternheit. Auch, wenn Sie ein schüchterner Mensch sind, versuchen Sie laut und deutlich zu sprechen und sich nicht zu verstecken. Halten Sie Blickkontakt und versuchen Sie alles aus sich raus zu holen und nicht das graue Mäuschen zu spielen.

No- Go Nr. 6: Unpassende Kleidung

Kleiden Sie sich entsprechen für ein Vorstellungsgespräch: der Mini-Rock ist ebenso unangebracht wie die Jogginghose oder schmutzige Kleidung. Bedenken Sie, dass der erste Eindruck zählt und hierbei auch ihr äußeres Erscheinungsbild wichtig ist.

Je nach Berufsbranche sind entsprechende Kleidungen ratsam und werden von dem Unternehmen erwartet, deshalb sollten Sie sich auch dementsprechend am Tag des Vorstellungsgesprächs kleiden. Mit einem Hemd bzw. einer Bluse und einer ordentlichen Jeans oder einem langem Rock können Sie in der Regel nicht viel falsch machen.

Wie Sie sehen gibt es einiges, was Sie vor und während eines Vorstellungsgesprächs beachten müssen! Halten Sie sich an unsere Tipps und bleiben Sie sich selbst treu, dann sollte einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch nichts mehr im Wege stehen! Viel Erfolg für Ihre berufliche Zukunft!