Das Sabbatical: So planen Sie Ihre Auszeit vom Job
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Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer träumt von einer Auszeit vom Job. Doch nur die wenigsten wagen diesen Schritt. Dabei ist mit etwas Überzeugungsgeschick und der richtigen Planung eine Auszeit durchaus für jeden möglich. Die alten Klischees, Sabbaticals seien eine Ausrede für Leute, die sich gerne vor der Arbeit drücken, sind längst überholt. Die wenigsten möchten gleich ein ganzes Jahr Auszeit, weshalb ein Antrag auf unbezahlten Urlaub meist schon ausreicht, um sich für ein paar Monate seiner eigenen Selbstverwirklichung zu widmen. Ein Sabbatical hat durchaus auch seine positiven Effekte auf die Karriere. Nicht selten nutzen Arbeitnehmer die freie Zeit, um sich weiterzubilden. So manch einer hat nach seinem Sabbatical wieder neue Energie, um im Job voll durchzustarten!
Die Auszeit vom Job: Das sollten Sie vorher wissen
Die meisten Arbeitnehmer wünschen sich zwar, ihren Nine-to-Five-Job für eine gewisse Zeit zu verlassen, doch viel zu groß ist die Angst, danach nicht mehr zum Arbeitgeber zurückkehren zu können. Und diese Angst ist auch in gewisser Hinsicht begründet, denn: Der Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, Ihnen eine Auszeit zu genehmigen. Aus diesem Grund ist dieser auch nicht dazu verpflichtet, Sie nach der Auszeit vom Job wieder einzustellen. Dazu gibt es im deutschen Arbeitsrecht einfach noch keine Regelung. Es liegt also im Ermessen des Arbeitgebers, ob man Ihnen nach der Rückkehr von der Auszeit wieder einen Job zur Verfügung stellt oder nicht.
Doch all das ist auch Verhandlungssache. Sprechen Sie offen mit Ihrem Chef über Ihre Pläne, denn nicht selten unterstützen Arbeitgeber solche Sabbat-Pläne. Durchläuft die Firma beispielsweise ein „schlechtes Jahr“, dann spart sie sogar Geld, wenn Sie sich eine Auszeit nehmen. Übrigens: Dies ist kein Thema, dass man schnell mit seinem Arbeitgeber regeln kann. Informieren Sie diesen mindestens ein Jahr im Voraus über Ihre Pläne! So ist für beide Seiten genug Zeit für die Planung.
Wie bereite ich ein Sabbatical vor?
Zunächst gilt es, sich genau zu überlegen, was man während seiner Auszeit machen möchte. Je nachdem, wie die familiäre Situation es zulässt, sind ungebundenen Arbeitnehmern fast keine Grenzen gesetzt. Sie können dabei drei Monate bei den Mönchen im Himalaya verbringen, oder das Surfen auf Hawaii erlernen. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hier einige Vorschläge, wie Sie Ihre Auszeit vom Job gestalten könnten:
- Eine Weltreise unternehmen
- Eine Sprache lernen
- Sich weiterbilden
- Im Ausland leben
- Kurse an der Volkshochschule belegen
- Ein Buch schreiben
- Den Jakobsweg gehen
- In einem Kloster leben
- Ein Instrument erlernen
- Sich ehrenamtlich engagieren
- Bei einem Projekt mithelfen
Nicht nur abenteuerliche Auszeiten sind für ein Sabbatical vorgesehen. Bodenständige Gründe wie der Bau eines Hauses kommen ebenfalls in Frage. Auch die Pflege eines Familienangehörigen oder die Entlastung des Partners bei der Kindererziehung sind gute Gründe, sich eine kleine Auszeit vom Job zu nehmen.
Wie Sie Ihren Chef von der Auszeit überzeugen
Sobald Sie sich im Klaren darüber sind, wie Sie eine Auszeit nutzen möchten, gilt es, den Chef zu überzeugen. Dazu sollten Sie sich ein paar sehr gute Argumente einfallen lassen, insofern Sabbaticals in ihrem Unternehmen unüblich sind. Desto größer und moderner die Firma ist, in der Sie angestellt sind, desto leichter wird es vermutlich. Große Konzerne empfehlen ihren Mitarbeitern sogar, sich hin und wieder eine kurze Auszeit zu nehmen. Diese Arbeitgeber wissen, welche Vorteile in einem Sabbatical stecken. In kleineren Betrieben ist das nicht ganz so einfach. Ein ausgefallener Mitarbeiter muss in der Regel durch einen neuen ersetzt werden. Und ob nach Ihrer Rückkehr noch Bedarf besteht, Sie wieder einzustellen, kann nie garantiert werden. Trotzdem: Ist es Ihr Traum, sich in einem Sabbat-Jahr selbst zu verwirklichen, dann versuchen Sie Ihr Bestes, damit Ihr Arbeitgeber dieser Sache zustimmt.
Notieren Sie alle positiven Auswirkungen des Sabbaticals in Bezug auf Ihren Job. Möchten Sie im Ausland leben und eine Sprache lernen? Dann können Sie argumentieren, dass ihre neu gewonnenen interkulturellen Kompetenzen dem Unternehmen zugute kommen werden. Dass Sie einen internationalen Kundenstamm aufbauen können und in der Lage sein werden, Ihre Firma im Ausland zu vertreten. Schließlich beherrschen Sie die Landessprache. Je nachdem, welche Ziele Sie verfolgen, sollten Sie in der Lage sein Brücken zu Ihrem Berufsleben zu schlagen. Mit einer wohl überlegten Argumentationskette überzeugen Sie Ihren Chef möglicherweise schneller, als Sie denken. Ihre Auszeit vom Job wird genehmigt und Sie können in aller Ruhe Ihren Horizont erweitern.
So planen Sie ein Sabbatical
Der erste Schritt ist die Anmeldung des Sabbat-Jahres bei Ihrem Vorgesetzten. Haben Sie dies erledigt, gilt es, sich um die Finanzen zu kümmern. Haben Sie genug Ersparnisse, um während des gesamten Sabbaticals damit über die Runden zu kommen? Planen Sie auch einen finanziellen Puffer ein, falls die Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses doch nicht nahtlos erfolgen kann. Zur Finanzierung Ihrer Auszeit vom Job können Sie aber nicht nur auf Erspartes zurückgreifen. Es besteht die Möglichkeit einer flexiblen Entlohnung durch den Arbeitgeber. Dabei zahlt dieser Ihnen zum Beispiel ein Jahr lang nur die Hälfte Ihres Gehaltes, und während des Sabbat-Jahres bekommen Sie, obwohl Sie nicht arbeiten, monatlich die andere Hälfte. Fragen Sie Ihren Chef, ob Sie Ihr Jahresgehalt auf zwei Jahre verteilen können.
Sind die Finanzen geklärt, dann kümmern Sie sich um Ihre Versicherungen. Sobald Sie nicht mehr arbeiten, müssen Sie selbst für Ihre Sozialversicherung aufkommen. Möchten Sie Ihre Auszeit im Ausland verbringen, sollten Sie sich ebenfalls um eine Auslands-Krankenversicherung kümmern.
Zu guter Letzt ist es wichtig, dass Sie bei längerem Aufenthalt im Ausland jemanden für die Versorgung Ihres Eigentums beauftragen. Diese Person kann Ihnen Ihre Rechnungen nachschicken, Ihre Post sammeln oder den Garten pflegen. Vergessen Sie nicht, sich um laufende Versicherungen und Hypotheken zu kümmern. Auch Energie- und Heizkosten werden anfallen, sofern Sie nicht allen Anbietern kündigen.
Fazit
Eine kleine Auszeit vom Berufsleben ist der Traum vieler Arbeitnehmer. Mit der richtigen Planung ist dieser Traum gar nicht so abwegig. Beginnen Sie so früh wie möglich, Ihr Sabbatical zu organisieren. Mit überzeugenden Argumenten können Sie womöglich sogar mehr Unterstützung von Ihrem Arbeitgeber erhalten, als Sie sich zu diesem Zeitpunkt vielleicht vorstellen können. Denn so eine Auszeit kann Ihre leeren Energietanks wieder voll aufladen, damit Sie nach dem Sabbat-Jahr eine erfolgreiche und vielversprechende Karriere beginnen können!