Do. 8. Oktober 2026
  1. Jobbörse
  2. Karrieretipps

Ihre Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer

ca. 795 Worte ungefähre Lesezeit: 3 Minuten 15 Sekunden

Ihre Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer
© Rawpixel.com | shutterstock.com

Mit der Unterschrift sowohl des Arbeitnehmers als auch des Arbeitgebers treten die Vereinbarungen und Regeln des Arbeitsvertrages in Kraft. Doch verfügt ein Arbeitnehmer meist über weit mehr Rechte, als im Vertrag aufgeführt werden. Was Sie über Kündigungen, Überstunden, Urlaub und Krankmeldungen wissen müssen:

Die Überstunden

Ob Vollzeit oder Teilzeit, die mit Ihnen vereinbarten Arbeitsstunden dürfen nicht dauerhaft und regelmäßig überschritten werden. Sollte es doch zu Überstunden kommen, müssen diese nicht vergütet werden. Häufig hat der Arbeitnehmer dennoch einen Vergütungsanspruch. Die Höhe der Vergütung der Überstunden richtet sich nach dem Entgelt, das dem Arbeitnehmer für eine Arbeitsstunde normalerweise zusteht. Anders ist es, wenn die Überstunden in der Nacht abgeleistet wurden. Aufgrund der besonderen Belastung des Arbeitnehmers ist in diesem Fall ein Zuschlag auf den normalen Stundenlohn zu erwarten. Gesetzlich verpflichtet ist der Arbeitgeber aber auch hierzu nicht.

Grundsätzlich gilt, dass Sie als Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet sind, Überstunden zu leisten. Es sei denn, es gibt eine spezielle Vereinbarung darüber im Arbeitsvertrag. Allein bei Eintritt einer „Katastrophe“ sind Sie in der Treuepflicht, Ihrem Arbeitgeber Hilfe zu leisten. Unter einer Katastrophe ist allerdings folgendes nicht gemeint: Wenn ein Kundenauftrag nicht fristgerecht bearbeitet werden kann oder eine Insolvenz droht. Wenn allerdings eine Überschwemmung den Lagerbestand vernichten könnte, oder ein Feuer ausgebrochen ist und wichtige Dokumente in Sicherheit gebracht werden müssen, gilt die Treuepflicht.

Für die regelmäßige Arbeitszeit gibt es im Arbeitszeitgesetz bestimmte Regelungen. So darf eine Arbeitszeit von acht Stunden täglich nicht überschritten werden. Das Anheben der Arbeitszeit auf zehn stunden täglich ist rechtlich nur dann möglich, wenn innerhalb von sechs Monaten insgesamt nicht mehr als durchschnittlich acht Stunden täglich gearbeitet wird. Bei einer Arbeitszeit von zehn Stunden ist aus diesem Grund ein Freizeitausgleich erforderlich. Feiertage oder Urlaubstage des Arbeitnehmers gelten nicht als Freizeitausgleich. Zwischen dem Arbeitsende und dem nächsten Arbeitsbeginn müssen, und das ist gesetzlich vorgeschrieben, elf Stunden vergehen.

Für den Fall, dass ein Arbeitnehmer Klage auf die Vergütung von Überstunden erheben möchte, sollte dieser immer alle Überstunden schriftlich dokumentieren. Neben zeitlichen Angaben sollte ebenfalls der Grund für die Überstunden aufgeführt werden. Doch bevor Sie über eine Klage nachdenken, ist ein Gespräch mit dem Vorgesetzten zu empfehlen. Diesem ist möglicherweise gar nicht bewusst, dass seine Arbeitnehmer regelmäßig länger bleiben. Konfrontieren Sie Ihren Chef und bestehen Sie auf Ihre Rechte als Arbeitnehmer.

Die Kündigung

Wurde ein Arbeitnehmer gekündigt, so muss er für Bewerbungsgespräche oder Termine bei der Bundesagentur für Arbeit freigestellt werden. Innerhalb der Kündigungsfrist ist dieser trotz Freistellungen normal weiter zu bezahlen. Das Recht auf eine Abfindung haben nur Arbeitnehmer, die unrechtmäßig entlassen worden sind. Das Kündigungsschutzgesetz gilt für Angestellte, die mehr als sechs Monate beim Arbeitgeber gearbeitet haben und wenn der Betrieb mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt.

Die Krankmeldung

Als Arbeitnehmer sind Sie dazu verpflichtet, sich im Falle einer Erkrankung, beziehungsweise Arbeitsunfähigkeit, beim Arbeitgeber krankzumelden. Bei einem Ausfall von sechs Wochen, muss der Arbeitgeber ganz normal Ihren Lohn zahlen. Ab einer Zeit von sechs Wochen wird nur noch ein Krankengeld gezahlt.

Bereits am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit muss der Arbeitgeber kontaktiert werden. Diesem ist ebenfalls eine ungefähre Dauer der Krankheit anzugeben. Dabei ist es ganz wichtig, den Kontakt noch vor Dienstbeginn aufzunehmen. Wer zuerst zum Arzt geht und sich erst im Laufe des Tages krank meldet, verstößt gegen seine Pflichten als Arbeitnehmer. Sofern nicht anders geregelt, muss ein gelber Schein ab dem dritten Tag der Erkrankung abgegeben werden. Dauert eine Genesung länger als im gelben Schein angegeben, so muss ein neues Attest vorgelegt werden.

Wer krankgeschrieben ist, muss nicht zwangsläufig im eigenen Haus gefangen sein. Erlaubt ist alles, was die Genesung fördert. Dass kann durchaus ein Spaziergang sein. Wer aufgrund von Depressionen krankgeschrieben ist, sollte sogar viel Unternehmen. Es kommt immer darauf an, welche Erkrankung vorliegt und welche Maßnahmen das schnelle Gesund werden fördern können. Ein Arbeitnehmer, der mit einer Grippe im Schwimmbad gesehen wird, riskiert allerdings eine Abmahnung.

Der Urlaub

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf bezahlten Urlaub. Neben dem Urlaub zur Erholung gibt es weitere Formen. So stehen zum Beispiel jedem Angestellten im Jahr fünf Tage Bildungsurlaub zu. Dieser kann für Fortbildungen, Sprachkurse, etc. genutzt werden. Auch ein Antrag auf Sonderurlaub ist in folgenden Fällen möglich: Bei der eigenen Eheschließung, beim Tod eines nahen Verwandten, oder bei einem Umzug. Auch ein unbezahlter Urlaub kann beantragt werden. In diesem Fall ruht das Arbeitsverhältnis.

In Deutschland besteht ein jährlicher Mindestanspruch von 20 Urlaubstagen. Viele Arbeitgeber gewähren jedoch ein paar Tage mehr. In der Regel muss der Urlaub bis zum 31. März des Folgejahres in Anspruch genommen sein, da er sonst verfällt.

Ein Recht auf die Inanspruchnahme Ihrer Urlaubstage haben Arbeitnehmer auch, wenn sie krankheitsbedingt lange ausgefallen sind. Auch wenn Angestellte während der Urlaubes erkranken, gilt diese Zeit nicht mehr als Urlaub. Ein ärztliches Attest ist in diesem Fall allerdings zwingend erforderlich.


© Jacob Lund | shutterstock.com

Berufstätige haben nur wenig Zeit. Regelmäßig Sport zu treiben oder gesund zu kochen schaffen die wenigsten. Dabei wäre Sport der ideale Ausgleich zum stressigen...

© RossHelen | shutterstock.com

Im stressigen Joballtag fehlt häufig die Zeit, sich g esund und ausgewogen zu ernähren. Über ein kleines Leistungstief hilft schnell eine Tasse Kaffee und ein Stück...

© pathdoc | shutterstock.com

Im Geschäftsleben verrät die Körpersprache viel über einen Menschen. Doch kennen Sie die Regeln der nonverbalen Kommunikation ? Was verrät Ihre Haltung, Ihr Händedruck und die Art und Weise,...

© Pressmaster | shutterstock.com

Verhandelt wird täglich. Ob es darum geht, einem Kunden einen guten Preis zu machen, um eine Gehaltsverhandlung mit dem Vorgesetzten, oder einfach um eine Diskussion in der Kantine: Jeder tut...